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| Tabari |
TabariAbû Dscha'far Muhammad Ibn Dscharîr Ibn Yazîd at-Tabari, , genannt at-Tabari oder Tabari ( - 839 in Amul, Tabaristân; † 923 in Bagdad), war ein bedeutender persisch-islamischer Historiker und Gelehrter. Zu Tabaris Leben sind wenig exakte Daten erhalten.
Tabari stammt aus Amul in Tabaristân (heute Mazandaran) in Iran (daher der Name "Tabari") aus einer einigermassen wohlhabenden Familie. Von seinem Vater, einem Landbesitzer, erbt er genug, um finanzieller Sorgen ledig sein Leben ganz der Gelehrsamkeit widmen zu können. Nachdem er im Alter von sieben Jahren Hafiz wird, mit acht Imam, verlässt er als zwölfjähriger sein Zuhause auf der Suche nach Wissen (fi talab al-'ilm). Er studiert an verschiedenen Orten bei zahlreichen Lehrern, u. a. Humaid ar-Razi. Mit siebzehn kommt er nach Bagdad, um bei den von ihm verehrten Ibn Hanbal zu studieren, trifft diesen jedoch nicht mehr lebend an. Es folgen Reisen nach Syrien, Palästina und Ägypten. Ca. 870 kehrt er nach Bagdad zurück und widmet sich ganz seiner exzessiven schriftstellerischen Tätigkeit. Tabari blieb Zeit seines Lebens unverheiratet.
Werke
Tabaris berühmteste Werke sind zweifellos seine Annalen (tarich) und sein Korankommentar (tafsir), darüber hinaus beschäftigte er sich mit fiqh, hadith und zahlreichen anderen Wissensgebieten.
Als "Annalen" oder manchmal auch kurz mit "Die Geschichte" bezeichnet wird Tabaris Universalgeschichte Muchtasar ta'rich al-rusul wa-l-mulûk wa-l-chulafâ ("Kurze Geschichte der Propheten und Könige und Kalifen"), die von der Entstehung der Welt über die Patriarchen des Alten Testaments bis in Tabaris Zeit (915) reicht und eine wichtige Quelle darstellt. Besonders seine Angaben zur Geschichte des Neupersischen Reiches der Sassaniden sind von unschätzbarem Wert für die Forschung, da Tabari hier auf heute verlorene spätantike Quellen zurückgreifen konnte.
Sein Korankommentar, Dschâmi' al-bayân 'an ta‘wîl al-Qur‘ân, entstand ungefähr zwischen 896 und 903. Die 1903 in Kairo erstmalig gedruckte Ausgabe umfasst 30 Bände. Tabari kommentiert darin den Koran Vers für Vers. Zuerst wird der grammatische Wortsinn erklärt, danach folgen verschiedene traditionelle Auslegungen, abschließend Tabaris eigenes Urteil über die wahrscheinlichste Auslegung. Tabari stützt sich in seinem Kommentar in der Hauptsache auf schriftliche Quellen und zitiert Überlieferungen von Qatâdah, as-Suddî, Ibn Ishâq.
In der Rechtswissenschaft (fiqh) neigte Tabari zunächst der Schafiitischen Rechtsschule zu, entwickelte in späteren Jahren eine eigene Rechtsschule, die als Dscharirija bekannt wurde, allerdings Tabaris Tod nur kurz überdauerte. Über sein Fiqh-Werk Ichtilâf al-fuqahâ ("Über die Kontroversen der Rechtsgelehrten") kam es zum Disput mit den Hanbaliten, die in einem Aufruhr, der von der Polizei niedergeschlagen werden mußte, Tabaris Haus in Baghdad mit Steinen bewarfen. In dem nur teilweise erhaltenen Werk stellt Tabari die Lehren führender Rechtsgelehrter wie Malik Ibn Anas, Abu Hanifa, asch-Schafii vor, schloß aber Ibn Hanbal als primär Hadithgelehrten und Nichtjuristen, genauso wie die Theorien der Mu'tazila, aus.
Übersetzungen
- Ihsan Abbas u. a. (Hrsg.): The History of al-Tabari. An Annotated Translation. 38 Bde., New York 1985 ff. (Englische Übersetzung von Tabaris Universalgeschichte.)
- C.E. Bosworth (Übersetzer), Vorwort von Ehsan Yar-Shater: Al-Tabari. The Sasanids, the Byzantines, the Lakhmids, and Yemen. State University of New York Press, Albany 1999
At-Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
At-Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
At-Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
At-Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
At-Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
At-Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
At-Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
At-Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
At-Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
At-Tabari, Abu Dschafar Muhammad Ibn Dscharir Ibn Jazid
839
Politik und Weltgeschehen
- Erste urkundliche Erwähnung von Sasbach am Kaiserstuhl und Wahlwies.
- Erste urkundliche Erwähnung von Remlingen (Unterfranken).
- Erste urkundliche Erwähnung der Via Publica.
- Tabari, islamischer Historiker († 923)
- Karl III., Ostfränkischer Herrscher († 888)
- Michael III. (Byzanz), byzantinischer Kaiser († 867)
-
ko:839년
Tabaristanright
Die alte iranische Region Tabaristan (heutige Provinz Mazandaran) zieht sich entlang der Südost- und Südküste der Kaspisee und hat eine Ausdehnung von etwa 500 x 70 km.
Die Grenze zur Provinz Teheran verläuft über den Demawend, dem mit 5670 m höchsten Gipfel des gewaltigen Elburs-Gebirges (pers. Elbruz). Weitere 50 km südlicher liegt bereits die Hauptstadt Teheran.
Durch die unzugängliche Gebirgsgrenze zum Hauptteil Persiens konnten sich in Tabaristan immer wieder örtliche Dynastien in gewisser Unabhängigkeit von den umliegenden Staaten etablieren. Das bekannteste Beispiel dafür sind die Ziyariden (Sijariden), die auf 928 – 1090 zu datieren sind. Dieses Gebiet gehörte über lange Zeitläufe zu den mit den Persern eng verwandten Medern - und war z.B. durch einen gebietsbezogenen Freundschaftsvertrag mit Kyros II. und seinem 570 v. Chr. aufgebauten Weltreich der Achämeniden verbunden.
Siehe auch: Verwaltungsgliederung des Iran, Bujiden, Darius I., Persepolis, Hochgebirge, Zagros, Babol
Kategorie:Provinz (Iran)
ja:マーザンダラーン州
923
Politik und Weltgeschehen
- König Heinrich I. von Sachsen trifft sich im Januar an der Rur/Roer mit König Robert I. von Westfranken und schließt mit ihm einen Vertrag, der ihm die Lehenshoheit über Lothringen zuspricht.
- König Robert I. von Westfranken verliert gegen den Ex-König Karl III. am 15. Juni bei Soissons Schlacht und Leben. - Auf ihn folgen sein Schwiegersohn Herzog Rudolf von Burgund als König und sein Sohn Hugo der Große als Herzog von Franzien (Dux francorum).
- Ex-König Karl III. der Einfältige kann zwar seinen Rivalen Robert I. besiegen, wird aber von Graf Heribert II. von Vermandois nach Saint-Quentin gelockt und gefangen nach Château-Thierry verbracht.
- König Rudolf II. von Burgund schlägt Kaiser Berengar I. bei Firenzuola.
- Zar Simeon I. von Bulgarien erobert nach langwieriger Belagerung Adrianopel.
- König Edmund I. von England (ermordet 946)
- 24. Juli - Suzaku, 61. Kaiser von Japan († 952)
- 15. Juni - König Robert I. von Westfranken (gefallen) ( - 866)
- At-Tabari, islamischer Historiker ( - 839)
ko:923년
Perser (Volk)Die Perser waren ursprünglich ein westiranisches Volk in der Region nördlich des (nach ihnen benannten) persischen Golfs, im Gebiet der Persis (die heutige iranische Provinz Fars). Heute bezeichnet man allgemein alle Persisch-sprechenden Menschen iranischer Herkunft als Perser. In Zentralasien nennt man sie Tadschiken, im Kaukasus nennt man sie Tat. Die arabische Bezeichnung für die Perser ist Adscham.
Ursprung des Wortes Perser
Das Wort Perser bzw. Farsi hat seinen Ursprung im Wort Persis, einer Region im Süden des heutigen Iran und einstiges Zentrum des persischen Weltreiches.
Das Wort war ursprünglich der Name nur eines einzigen iranischen Stammes. Doch nach dem Siegeszug der Makedonen, die alle iranisch-stämmigen Menschen im Perserreich Perser nannten, wurde dieser Begriff immer mehr zur Selbstbezeichnung aller Persisch-sprechenden Menschen der Region, die iranischer Abstammung waren.
Die Araber, die im 7. Jht. n. Chr. Persien im Zeichen des Islam eroberten, konnten den Buchstaben "P" nicht aussprechen. Somit wurde das alte griechisch-persische Parsi zu Farsi. Heute ist dieser Begriff sowohl der Name der Bevölkerung, als auch umgangssprachlich der Name der persischen Sprache.
Bis zum Siegeszug der Araber war das Wort Parsi keine Selbstbezeichnung der Perser. Wie alle iranischen Stämme bevorzugten auch sie die Identität ihrer arischen (=iranischen) Vorfahren, und bezeichneten sich selbst Iranier und ihr Land Iran (mit verschiedenen Aussprachen: Aryana, Eran, Eron, Iran-Shahr, etc.) So bezog sich der Prophet Zarathustra direkt auf die iranischen Völker, und auch der persische Dichter Ferdousi erzählt in seinem Schahnama von Iran und Iraniern. Das Wort Arier darf in diesem Fall jedoch nicht mit dem nationalsozialistischen Bild des Ariers verwechselt werden.
1936 bat der damalige Staat Persien die internationale Gemeinschaft, das Land fortan nur noch Iran zu nenen - unter massiven Protesten des Nachbarstaates Afghanistan, welcher, wie heute auch Tadschikistan, ebenfalls den Begriff kulturell für sich beansprucht.
Heute unterscheidet man zwischen:
- Iraner = Staatsbürger der Islamischen Republik Iran
- Iranier = Menschen mit iranischer Abstammung, d.h. Nachkommen der einstigen iranischen Baktrier, Perser, Meder, Sogdier, Parther, etc. Im engeren Sinn handelt es sich dabei hauptsächlich um die heutigen Perser (Tadschiken), Kurden, Paschtunen und Belutschen. In der persischen Mythologie bezieht sich das Wort nur auf die Perser.
- Perser = Persisch-sprachige Menschen iranischer Herkunft. Die Kurden und Paschtunen sind demnach keine Perser.
- Tadschiken = Alt-türkische Bezeichnung für Perser, die in Zentralasien leben. Heute bezieht sich das Wort fast ausschließlich auf die Persisch-sprachige, iranische Bevölkerung in Tadschikistan, Usbekistan und Afghanistan. Im Gegensatz zum Wort Perser hat sich das Wort Tadschik bis heute nicht als Selbstbezeichnung jener Bevölkerung durchgesetzt. Möglicher Ursprung des Wortes ist wahrscheinlich der alt-chinesische Begriff Ta-Hia (Baktrien).
- Adscham = arabischer Name für das Volk der Perser; Selbstbezeichnung der persischstämmigen Bevölkerung in Bahrain, Kuwait, UAE und im restlichen arabischen Sprach- und Kulturkreis.
Siehe auch: [http://www.staff.uni-marburg.de/~widmer/parsa.pdf Etymologisches und Historisches zum Namen der Perser (Paul WIDMER, Philipps-Universität Marburg)]
Geschichte
UAEUAE
Erstmals wurden die Perser nachweislich von den Assyrern in ihren Inschriften aus dem Jahre 843 v. Chr. erwähnt, wo sie in die nordöstlichen Teil Assyriens eindrangen. Die Perser, die sich selbst Artaioi nannten, waren die direkten Nachkommen der Aratti, ein arisches Volk aus dem Osten des antiken Iran (wahrscheinlich die Region Sistan, im Grenzgebiet der heutigen Staaten Afghanistan und Iran). Ca. 1000 v. Chr. wanderten die Aratti in Persis ein (daher der moderne Name Perser). Nach ihrem Sesshaftwerden eroberten sie das Reich von Elam und lösten das medische Reich um 550 v. Chr ab. Das Perserreich entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Zivilisationen in Vorderasien und prägte die Geschichte der Menschheit. Nach ihrer Niederlage gegen die Makedonen und Griechen unter Alexander dem Großen wurden sie hellenisiert, behielten aber ihren großen kulturellen Einfluss über Jahrhunderte hinweg.
Die heutigen Perser sind jedoch, wie oben schon angesprochen, nicht identisch mit dem antiken Volk der Perser. Somit kann die Geschichte der Perser nicht auf die Geschichte eines einzigen Volkes miniminiert werden. Für die genauere Geschichte der einzelnen iranischen Völker, den Vorfahren der heutigen Perser, siehe:
Antike
- Arier/Iranier, indoeuropäische Vorfahren der heutigen Perser
- Die Aratti, die direkten Vorfahren der Perser
- Avesta, das heilige Buch des Zoroastrismus; seine Ursprünge liegen im ostiranischen Baktrien
- Perserreich, die 3 Imperien der Perser:
- Achämeniden, das erste Weltreich der Geschichte
- Arsakiden, Königsgeschlecht aus Parthien
- Sassaniden, das letzte große Imperium des antiken Iran
Frühes Mittelalter
- Abu Muslim Khorassani, persischer Patriot und Widerstandskämpfer
- Kalifat der Abbasiden, mit dem Kalifat der Abbasiden übernahmen die Perser die Macht in der islamischen Welt
- Persische Dynastien der:
- Barmakiden
- Bujiden, erste unabhängige persische Dynastie nach der Islamisierung in Westpersien
- Samaniden, erste unabhängige persische Dynastie nach der Arabisierung in Ostpersien
- Ghuriden, die letzte persische Dynastie in Ostpersien vor der türkischen Eroberung
Spätes Mittelalter
- Safawiden
- Afschariden
Neuzeit
- Iran
- Afghanistan
- Tadschikistan
Sprache, Kultur und Religion
Religion
Tadschikistan
Die meisten heutigen Perser bekennen sich zum imamitischen Islam. Diese Tradition geht nicht nur auf die imamitischen Safawiden zurück, die im späten Mittelalter diese Richtung des schiitischen Islam radikal verbreiteten, sondern reicht über die schiitische Dynastie der Bujiden viel weiter zurück, bis zu den Anfängen des Islam in Persien. Heute wird die Kultur der Perser mit dem Schiismus identifiziert. Man bezeichnet allgemein schiitische Perser Farsen, während sunnitische Perser (in Zentralasien) Tadschiken genannt werden. (Genaueres unter: Tadschiken)
Sprache
Ein Großteil der Perser spricht das Neupersische, das eine mit vielen arabischen Wörten durchsetzte und in syrisch-aramäischer Schrift (arabischer Schrift) geschriebene Form des indogermanischen Persisch ist. Somit gehören auch die heutigen Perser zur indogermanischen (indoeuropäischen) Völkerfamilie.
Kultur
Die Perser haben das Bild des Orient maßgeblich geprägt. Das wohl bekannteste Werk der muslimisch-persischen Literatur in der westlichen Welt ist die Geschichtensammlung 1001 Nacht (pers. Hazar-o yak-Schab هزار و يكشب).
Das Herz der persischen Kultur jedoch war und ist die Kunst der Dichtung. Nirgendwo sonst hat die Poesie eine so große Bedeutung im alltäglichen Leben der Menschen, wie im persischen Kulturkreis. Persische Dichter haben maßgeblich an der Entwicklung der neupersischen Sprache und der neupersischen Indentität beigetragen, u.a.:
- der Epik-Dichter Abū l-Qasem-e Ferdousī, der Autor des Schah-Nama (Königsbuch)
- der Dichter Hafis, der beliebteste Lyriker Persiens
- der Mystiker Saadi
- der Mystiker Abdur Rahman Dschami, der letzte große Sufi-Meister des Mittelalters
- der Mystiker und Romantiker Dschalal ad-Din Rumi, der bekannteste und erfolgreichste Sufi-Dichter des alten Persien
Ebenfalls Perser/Tadschiken waren einige der berühmtesten Wissenschaftler, Gelehrte und Künstler des Mittelalters:
- der Arzt Ibn Sina (Avicenna), der heute als Vater der modernen Medizin gilt
- der Mathematiker Khwarismi; von seinem Namen und seinen Werken sind die Beriffe Algebra und Algorithmus abgeleitet
- der Dichter und Mathematiker Omar Chayyām
- der Astronom und Geschichtsschreiber Biruni
- der Maler Behzad
Perser heute
Weltweit beträgt die Zahl der ethnischen Perser (einschließlich der Tadschiken) mehr als 50 Millionen. Etwa 35 Millionen Perser leben im Iran (51% des Landes). In Afghanistan leben 8-10 Millionen Tadschiken (25-35% des Landes), weitere 7-10 Millionen Tadschiken leben in Zentralasien. Sie sind das vorherrschende Volk im heutigen Iran und in Tadschikistan. In Afghanistan bilden sie die zweitstgrößte ethnische Gruppe nach den Paschtunen. Zudem gibt gibt es bedeutende Gemeinden in Bahrain, im Irak, in Usbekistan, und seit dem Ende des 2. Weltkriegs auch in Europa und in den USA, etwa 3 Millionen
In der Zeit der Islamisierung Persiens floh eine beträchtliche Anzahl von Persern nach Zentralasien, China und auf den indischen Subkontinent, wo sie auch heute noch als eigene ethnische Gruppe (Parsi) bestehen und wo sich Religion, überkommene Bräuche und Sprache besser erhalten haben als im eigentlichen Kerngebiet, das heute fast vollkommen islamisiert ist.
Literatur
- Josef Wiesehöfer: Das frühe Persien. Geschichte eines antiken Weltreichs, München 1999.
- Jahanshah Derakhshani: Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v.Chr., 2. Auflage 1999 ISBN 964-90368-6-5
- Richard Frye: Persien, Zürich 1963
Siehe auch
Iranier, Arier/Iraner, Tadschiken
Weblinks
- [http://www.iranica.com/ Encyclopaedia Iranica - wichtige Enzyklopädie, noch im Entstehen begriffen (englisch)]
- [http://www.JaVuN.com/ JaVuN.com - Das iranische Portal! (Infos über Iran, Nachrichten, Entertainment, Community)]
- [http://www.iranchamber.com/ Fachwissenschaftliche Seite "Iranchamber" (englisch)]
- [http://www.int-pub-iran.com/ipis05.htm Jahanshah Derakhshani: Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v. Chr.]
Kategorie:Iranische Ethnie
Kategorie:Persisches Reich
HistorikerEin Historiker ist ein Wissenschaftler, der sich mit der Erforschung und Darstellung der Geschichte beschäftigt.
Da Forschung und Lehre in Deutschland dem Grundgesetz nach frei sind, kann jeder sich als Historiker bezeichnen. Der Verband der Historiker und Historikerinnen in Deutschland (VHD) akzeptiert Menschen als Mitglieder, die sich durch einen einschlägigen Universitätsabschluss oder durch Publikationen bewiesen haben. Die meisten Historiker - sofern sie in ihrem eigentlichen Fach arbeiten - wirken als Lehrer (Schule, Universität, Museum), als Publizisten (Journalisten, Autoren) oder in der Wissenschaft (in Universitäten und Forschungsinstituten).
In der Bundesrepublik Deutschland gibt es als Universitätsabschlüsse das Staatsexamen für das Lehramt und den Magister. An vielen Universitäten kann man daneben auch schon Bachelor- und Master-Studiengänge belegen, die bald deutschlandweit die Regel darstellen werden. In der DDR gab es auch Diplom-Historiker. Die Promotion gilt als Nachweis der Fähigkeit zur selbständigen wissenschaftlichen Arbeit und bringt in aller Regel den "Dr. phil."
Historiker sind häufig spezialisiert und gelten dann
- nach Epochen: als Althistoriker, Mediävisten, Neuzeithistoriker, Zeitgeschichtler usw.
- nach Themen: als Sozialhistoriker, Mentalitätshistoriker, Wirtschaftshistoriker usw.
- oder nach Regionen: als Byzantinisten, Amerikanisten usw. (hier gibt es oft eine Überschneidung mit den entsprechenden Sprach- und Kulturwissenschaften).
Außerdem gibt es die Historischen Hilfswissenschaften, mit Disziplinen wie der Diplomatik, Paläografie, Chronologie usw. Etwas außerhalb der eigentlichen Geschichtswissenschaft stehen die Archäologen mit ihrem teilweise naturwissenschaftlichen Ansatz und auch die Ur- und Frühgeschichtler, da hier die schriftlichen Quellen noch keine Rolle spielen. Der Beginn der "eigentlichen" Geschichte wird oft mit dem Einsetzen einer Schriftkultur definiert, daher ist die Geschichtswissenschaft zum großen Teil eine Buchstabenwissenschaft. Dennoch sind Historiker auch für die Erkenntnisse anderer Disziplinen offen.
Historiker der Antike
Die Historiografie im engeren Sinne geht auf Herodot, den "Vater der Geschichtsschreibung", und Thukydides aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. zurück.
Griechische Geschichtsschreiber
Die Zuordnung zur griechischen oder zur lateinischen Geschichtsschreibung, richtet sich nach der Sprache, nicht nach der Herkunft der Autoren.
- Antiochos von Syrakus
- Appianus
- Flavius Arrianus
- Cassius Dio
- Diodor
- Dionysios von Halikarnassos
- Ephoros von Kyme
- Hekataios von Milet
- Hellanikos von Mytilene
- Herodianos
- Herodot
- Hieronymos von Kardia
- Hippys von Rhegion
- Kallisthenes von Olynth
- Ktesias von Knidos
- Megasthenes
- Pherekydes von Athen
- Quintus Fabius Pictor
- Plutarch
- Polybios
- Strabon
- Theopompos von Chios
- Thukydides
- Xanthos von Sardes
- Xenophon
Römische Geschichtsschreiber
- Gaius Iulius Caesar
- Cremutius Cordus
- Marcus Porcius Cato Censorius
- Publius Annius Florus
- Flavius Josephus
- Junianus Justinus
- Titus Livius
- Cornelius Nepos
- Pamphila
- Velleius Paterculus
- Quintus Curtius Rufus
- Gaius Suetonius Tranquillus
- Gaius Sallustius Crispus
- Tacitus
- Pompeius Trogus
- Gaius Suetonius Tranquillus
- Quintus Fabius Pictor
Spätantike Historiker
- Agathias
- Ammianus Marcellinus
- Cassiodor (um 490 - um 583)
- Eunapios von Sardes
- Eusebius von Caesarea
- Eutropius (Historiker)
- Johannes Malalas
- Jordanes
- Marcellinus Comes
- Menander Protektor
- Olympiodoros von Theben
- Priscus
- Prokopios von Caesarea (ca. 500-560)
- Theophylakt Simokattes
- Zosimos
Byzantinische Geschichtsschreiber
- Anna Komnene
- Michael Psellos (1018-1078)
- Niketas Choniates
- Theophanes Confessor
Vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit
- Gregor von Tours (538/9 - 594)
- Beda Venerabilis (um 673 - 735)
- Paulus Diaconus (um 725 - 799)
- Einhard (um 770 - 840)
- Nennius (9. Jahrhundert)
- Regino von Prüm (um 840 - 915)
- Liutprand von Cremona (um 920 - 972)
- Widukind von Corvey (925 - nach 973)
- Al-Biruni (973 - 1048)
- Thietmar von Merseburg (975-1018)
- Rodulfus Glaber (um 985 - um 1047)
- Lampert von Hersfeld (vor 1028 - vor 1085)
- Adam von Bremen (vor 1050 - um 1085)
- Bruno von Merseburg
- Cosmas von Prag (1045-1125)
- Helmold von Bosau
- Fulcher von Chartres (1059 - wohl 1127)
- Geoffrey von Monmouth (um 1100 - um 1150)
- Otto von Freising (um 1112 - 1158)
- Wilhelm von Tyros (um 1130 - 1186)
- Albert von Stade
- Burchard von Ursberg
- Matthäus von Paris
- Gotfrid von Cosenza
- Salimbene von Parma
- Roger von Wendover
- Saxo Grammaticus (um 1140 - 1220)
- Petrus de Ebulo († vor 1220)
- Giovanni Villani
- Beneš Krabice z Weitmile († 27. Juli 1375)
- Jean Froissart (ca. 1337 – ca. 1410)
- Dietrich von Nieheim (1345 - 1418)
- Philippe de Commynes
- Ladislaus Sunthaym (um 1440-1512/13)
- Bartolomé de Las Casas (1474-1566)
- Francesco Fuicciardini (1483-1540)
- Bohuslav Lobkowicz von Hassenstein (1462 - 1510)
- Benedetto Varchi (1502 -1565)
- Ubbo Emmius (1547 - 1625)
Historiker des 18. und 19. Jahrhunderts
- Alexander Brückner (1834-1896)
- Heinrich Graf von Bünau (1697-1762)
- Thomas Carlyle
- Gustav Droysen
- Johann Gustav Droysen
- Wilhelm Drumann (1786-1861)
- Johann Georg August Galletti (1750-1828)
- Mathieu Auguste Geffroy (1820-1895)
- Edward Gibbon (1737-1794)
- Ferdinand Gregorovius (1821-1891)
- Arnold Hermann Ludwig Heeren (1760-1842)
- Johannes Janssen (1829-1891)
- Wassily Osipowitsch Klyuschewsky (1841-1911)
- Joachim Lelewel (1786-1861)
- Michail Wassiljewitsch Lomonossow (1711-1765)
- Karl Lamprecht (1856-1915)
- Thomas Babbington Macaulay
- Henrik Marczali (1856-1940) Ungarn
- Wilhelm Maurenbrecher (1838-1892)
- Franz Mehring (1846-1919)
- Jules Michelet
- Theodor Mommsen (1817-1903)
- Ludovico Antonio Muratori (1672-1750)
- Barthold Georg Niebuhr (1776-1831)
- Carl von Noorden (1833-1883)
- Juraj Papánek (1738-1802)
- Henri Pirenne (1862-1935)
- Leopold von Ranke (1795-1886)
- Friedrich von Raumer (1781-1873)
- Alfred von Reumont (1808-1887)
- Friedrich Schiller (1759-1805)
- Otto Seeck (1850-1921)
- Ludwig Timotheus Spittler (1752-1810)
- Gustav Adolf Harald Stenzel (1792-1854)
- Heinrich von Sybel (1817-1895)
- Hippolyte Taine (1828-1893)
- Heinrich von Treitschke (1834-1896)
- Georg Voigt (1827-1891)
- Johannes Voigt (1786-1863)
- Johann Wilhelm Zinkeisen (1803-1863)
Historiker des 20. Jahrhunderts
- Nils Aaberg (1888-1957)
- Géza Alföldy
- Götz Aly ( - 1947) - Geschichte des Nationalsozialismus
- Heinrich Appelt
- Herbert Aptheker - Geschichte der Afroamerikaner
- Timothy Garton Ash ( - 1955)
- Ernst Baltrusch
- Pedro Barceló
- Arnulf Baring ( - 1932)
- Karl Julius Beloch
- Karl Dietrich Bracher ( - 1922)
- Jochen Bleicken (1926-2005)
- Hartmut Boockmann (1934-1998)
- Gisela Bock
- Hartwin Brandt
- Klaus Bringmann
- Martin Broszat (1926-1989)
- Peter Robert Lamont Brown ( - 1935)
- Alan Bullock (1914-2004)
- John B. Bury (1861-1927), bedeutender englischer Althistoriker und Philologe
- Alex Carmel (1931-2002)
- Manfred Clauss
- Karl Christ ( - 1923)
- Winston Churchill
- Gordon A. Craig (1913-2005)
- Robert Darnton ( - 1939)
- Alfons Dopsch
- Georges Duby (1919)
- Werner Eck
- Joachim Fest ( - 1926)
- Heinrich Fichtenau
- Fritz Fischer
- Wolfram Fischer
- Lothar Gall ( - 1936)
- Hans-Joachim Gehrke ( - 1945)
- Matthias Gelzer (1886-1974)
- Ranajit Guha
- Hrothgar John Habakkuk (1915)
- Hermann Heimpel (1901-1988)
- Bernd-Ulrich Hergemöller (1950)
- Alfred Heuß (1909-1995)
- Raul Hilberg
- Hedwig Hintze (1884-1942)
- Eric Hobsbawm
- Johannes Hohlfeld (1888-1950)
- Jerzy Holzer
- Ricarda Huch
- Johannes Irmscher
- Loe de Jong (1914-2005)
- Ernst Kantorowicz (1895-1963)
- George F. Kennan (1904-2005)
- Dietmar Kienast
- Richard Klein ( - 1934) - Spätantike und Frühes Christentum
- Jürgen Kocka
- Gerhard Krebs
- Jürgen Kuczynski
- Wolfgang Leonhard
- Ralph-Johannes Lilie
- Arthur O. Lovejoy (1873-1962)
- Golo Mann (1909-1994)
- Timothy Mason
- Christian Meier ( - 1929)
- Friedrich Meinecke (1862-1954)
- Arnaldo Momigliano
- Hans Mommsen ( - 1930)
- Wolfgang Mommsen (1930 - 2004)
- George L. Mosse (1918 - 1999)
- Lutz Niethammer ( - 1939)
- Wilfried Nippel
- Thomas Nipperdey (1927-1992)
- David Noble, Geschichte der Technik und der Arbeit
- Ernst Nolte ( - 1923)
- Jaroslav Pelikan ( - 1923)
- Janusz Piekalkiewicz (1925-1988)
- Josef Pfitzner (1901-1945)
- Friedrich Prinz (1928-2003), Mediävist
- Wolfgang Reinhard
- Michael Rostovtzeff (1870-1952)
- Karl Heinz Roth
- Hans Rothfels (1891-1976)
- Theodor Schieder (1908-1984)
- Ernst Schubert ( - 1941)
- Gerhard Schulz (1924-2004)
- Volker Sellin
- Franz Schnabel (1887-1966)
- Hans-Peter Schwarz ( - 1934)
- Bernhard Hendrik Slicher van Bath (1920)
- Geoffrey de Ste Croix (1910-2000)
- Barbara Stollberg-Rilinger ( - 1955)
- Michael Stürmer
- Heinrich von Sybel
- Theodor von Sickel
- Ronald Syme (1903-1989)
- Richard Henry Tawnwy (1880-1962)
- Rudolf von Thadden ( - 1932)
- Edward P. Thompson - Geschichte der Arbeiterklasse
- Arnold J. Toynbee
- Barbara Tuchman
- Veit Valentin
- Immanuel Wallerstein
- Hans-Ulrich Wehler
- Erika Weinzierl
- Lieselotte Welskopf-Henrich
- Hayden White
- Josef Wiesehöfer ( - 1951), deutscher Althistoriker mit Schwerpunkt Persien
- Friedhelm Winkelmann
- Heinrich August Winkler
- Herwig Wolfram
- Eike Wolgast
- Natalie Zemon Davis
- Howard Zinn
- Marc Bloch
- Lucien Febvre
- Fernand Braudel
- Michelle Vovelle
- Emanuel Le Roy Ladurie
- Philippe Ariès
- Robert Mandrou
- Ernest Labrousse
- Georges Duby
- Marc Ferro
Populärwissenschaftliche Historiker des 20. Jahrhunderts
- Bernt Engelmann
- Joachim Fernau (1909-1988)
- Michael Grant
- Sebastian Haffner
- Guido Knopp
- Hermann Schreiber
- Jürgen Hein
Siehe auch: Historikerstreit, Fischer-Kontroverse, Neue israelische Historiker
Historiker außereuropäischer Kulturkreise
Auch andere Kulturkreise haben Formen der umfassenden Geschichtsschreibung entwickelt, insbesondere in der islamischen Welt und in der heutigen Volksrepublik China. Die älteste Tradition der Geschichtsschreibung ist über 3.000 Jahre alt und stammt aus China, hierbei sind die ältesten Geschichtsschreiber jedoch nicht namentlich bekannt, ihre Werke verfügen jedoch bereits über eine Dokumentation der verwendeten Quellen; erst mit Simi Guangs Zizhi tongjian von 959 liegt dann eine präzise Beschreibung der historiografischen Methoden vor.
Die islamische Geschichtsschreibung (ilm at-tarich) ist religiösen Ursprungs. Geschichte galt als Traditionswissenschaft, deren Auftrag die unverfälschte Überlieferung zentraler religiöser Inhalte war. Dazu bedienten sich die arabischen Historiker ausgefeilter Methoden der Quellenkritik, die auf so genannten "Überliefererketten" (Isnad) aufbaut. In späterer Zeit findet man zunehmend auch Werke säkularen Inhalts.
Arabische Historiker
- Tabari (Al-Tabari, 839-923)
- al-Mas'udi
- Ibn Athir
- Ibn Challikan
- Ussama Ibn Munqidh (1095-1188)
- Ibn Khaldun (Ibn Chaldun, 1332-1406)
- Muhammad al Makrizi (Maqrizi, 1364-1442)
- Ibn Asakir
Chinesische Historiker
- Sima Qian (Han-Dynastie)
- Ban Gu (Han-Dynastie)
- Fa-Hien (Jin-Dynastie um 337 - um 422)
- Simi Guang (Sung-Dynastie)
Japanische Historiker
- Ishimoda Shô (1912-1986)
- Inoue Kiyoshi
Phönizien
- Sanchuniathon
Siehe auch
- Portal:Geschichte
- Geschichtsschreibung
- Geschichte der Geschichtsschreibung
- Geschichtswissenschaft
- Geschichte der Geschichtswissenschaft
- Historiografie
- Kirchenhistoriker
- Kunsthistoriker
- Liste von Altertumswissenschaftlern
Weblinks
- [http://www.klassiker.historicum.net/index.htm Klassiker der Geschichtswissenschaft]
Literatur
- Ahasver von Brandt: Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die historischen Hilfswissenschaften, (= Urban Taschenbücher 33), (Stuttgart 1958) 11. Auflage 1986.
- Rüdiger vom Bruch, Rainer A. Müller (Hrsg.), "Historikerlexikon. Von der Antike zur Gegenwart", 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, München 2001
Kategorie:Beruf
Kategorie:Geschichtswissenschaft
Historiker
ja:歴史家の一覧
simple:List of Historians
Mazandaranright
Die alte iranische Region Tabaristan (heutige Provinz Mazandaran) zieht sich entlang der Südost- und Südküste der Kaspisee und hat eine Ausdehnung von etwa 500 x 70 km.
Die Grenze zur Provinz Teheran verläuft über den Demawend, dem mit 5670 m höchsten Gipfel des gewaltigen Elburs-Gebirges (pers. Elbruz). Weitere 50 km südlicher liegt bereits die Hauptstadt Teheran.
Durch die unzugängliche Gebirgsgrenze zum Hauptteil Persiens konnten sich in Tabaristan immer wieder örtliche Dynastien in gewisser Unabhängigkeit von den umliegenden Staaten etablieren. Das bekannteste Beispiel dafür sind die Ziyariden (Sijariden), die auf 928 – 1090 zu datieren sind. Dieses Gebiet gehörte über lange Zeitläufe zu den mit den Persern eng verwandten Medern - und war z.B. durch einen gebietsbezogenen Freundschaftsvertrag mit Kyros II. und seinem 570 v. Chr. aufgebauten Weltreich der Achämeniden verbunden.
Siehe auch: Verwaltungsgliederung des Iran, Bujiden, Darius I., Persepolis, Hochgebirge, Zagros, Babol
Kategorie:Provinz (Iran)
ja:マーザンダラーン州
Iran
Der Iran (Persien, persisch: ایران //) ist ein Staat im westlichen Asien.
Landesname
Seit frühester Zeit wurde das Land von seiner Bevölkerung als Iran bezeichnet. Die altiranische Form dieses Namens, Aryanam, bedeutet Land der Arier.
Die im Abendland bis ins 20. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung Persien geht auf die Zeit der Achämeniden zurück, die im 6. Jahrhundert v. Chr. ein erstes persisches Großreich schufen. Dessen Kerngebiet war die von den Griechen so genannte Landschaft Persis, die heutige Provinz Fars um Schiraz. Von ihr leitet sich auch der Name Farsi für die persische Sprache ab.
Der geographische Begriff Iran bezieht sich auf das gesamte iranische Hochland, über den Staat Iran hinaus also auch auf Regionen von Nachbarländern.
Geografie
Der Iran grenzt an den Irak (Grenzlinie 1.458 km), die Türkei und Aserbaidschan (je ca. 500 km), Armenien (35 km), das Kaspische Meer (500 km), Turkmenistan (ca. 1.000 km), Afghanistan (936 km) und Pakistan (Provinz Belutschistan, 909 km).
Der höchste Berg des Irans ist der 5.610 m hohe, erloschene Vulkan Damavand (Demawend) im Elbursgebirge, nördlich der Hauptstadt Teheran.
Im Süden und Südwesten hat das Land eine 2.000 km lange Küste zum Golf von Oman bzw. Persischen Golf, die beiden Meere sind durch die Straße von Hormuz (Vereinigte Arabische Emirate, Oman) getrennt. Aufgrund der geophysischen Gegebenheiten treten im Iran verhältnismäßig häufig Erdbeben auf. (Die Situation ist vergleichbar mit der Erdbebenhäufigkeit in der Türkei und an der Westküste der USA.)
Klima
Erdbeben
Das Klima des Irans ist, bedingt durch seine geografische Ausdehnung, sehr unterschiedlich. Viele verschiedene Jahreszeiten herrschen gleichzeitig, weshalb es möglich ist, im Iran alle Gemüse- und Früchtearten anzubauen, abgesehen von Kakao.
Es überwiegen aride Klimaverhältnisse, regional liegen die Niederschläge aber bei 2.000 mm im Jahr.
Vegetation
53 % des Irans sind Wüstengebiet (Kavir im Norden, Lut im Süden, siehe Wüsten Afghanistans und Irans), 27 % Weideland, 9 % Ackerland (gut 1/3 bewässert), 11 % Wald.
Die Wälder sind zumeist übernutzt, zwischen Elburs-Gebirge und Kaspischem Meer finden sich aber großflächige Urwälder der Buche, die sich in dieser Ausdehnung nur im äußersten Osten des Buchenareals erhalten haben.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Irans (69 Millionen - Stand Juli 2004) setzt sich zusammen aus ca. 51 % Persern, ca. 24 % Aserbaidschanern, ca. 7 % Kurden, 8 % Gilaki und Mazandarani, ca. 3 % Araber, 2 % Turkomanen, 2 % Luren und 2 % Belutschen und einigen kleineren Minderheiten, wie christliche Armenier, Assyrer und Georgier.
Insgesamt bekennen sich 98 % der Bevölkerung zum Islam; 90 % davon sind Schiiten und 8 % Sunniten.
Daneben leben im Iran zahlreiche Flüchtlinge: 2 Millionen aus Afghanistan und 203.000 aus dem Irak.
20.000 Iraner befinden sich als Flüchtlinge im benachbarten Irak.
Zu den größten Städten (über 700.000 Einwohner) zählen Teheran (7,1 Mio.), Mashhad (2,3 Mio.), Isfahan (1,5 Mio.), Karaj (1,4 Mio.), Täbris (1,4 Mio.), Schiraz (1,2 Mio.), Qom (1,0 Mio.), Ahwas (850.000) und Kermānschāh (770.000).
Siehe auch: Liste der Städte im Iran
Sprachen
Amtssprache des Irans ist Neupersisch, lokal auch Farsi genannt. Sie ist eine indogermanische Sprache und zugleich die Wichtigste unter allen iranischen Sprachen, die gemeinsam mit den Indischen Sprachen den Ostindogermanischen Sprachast bilden. Persisch ist in der Entwicklung ihrer Grammatik, sprich in der Vereinfachung, sogar noch weiter vorangeschritten als das Englische. Persisch ist zwar die einzige Amtssprache des Irans, die etwa von 58 % der iranischen Bevölkerung gesprochen wird, sie ist jedoch nicht die alleinige Landessprache. Der Anteil der Aserbaidschanisch-, und Turkmenisch-Sprecher wird mit 26 % beziffert; Kurdisch mit 9 %; Lurisch mit 2 %; und andere, darunter Arabischsprecher, mit 1 %.
- Iranische Sprachen: Persisch (Dari), Lorī, Kurdisch, Belutschi, Tajik
- Turksprachen: Aserbaidschanisch, Turkmenisch.
- Armenisch
Religion
Der schiitisch/safawidische Islam ist Staatsreligion. Knapp 95 % der Bevölkerung sind Muslime (89 % Shiiten, 5 % Sunniten und 1 % andere muslimische Gruppen, vorwiegend Kharidschiten und Sufis). Daneben gibt es orientalische Christen (1.500.000), Anhänger der armenisch-apostolischen Kirche (500.000), assyrische Christen (500.000), syrische Christen (300.000), Kopten (100.000), andere Christen (100.000), Juden (150.000), Parsen (480.000), Mandäer (218.000), Jesiden (55.000), Sikhs (20.000), Drusen (82.000) und ca. 300.000 der im Iran als ketzerisch bezeichneten Baha'i, deren nach dem Islam entstandene Buchreligion im Iran nicht als solche anerkannt wird, was teils blutige Pogrome und Hinrichtungen zur Folge hat.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte des Iran
Der heutige Staat Iran (Iran bedeutet in den westiranischen Dialekten soviel wie Land der Arier; das ostiranische Äquivalent dazu ist Aryana) befindet sich auf dem Gebiet, das man im deutschen Sprachgebrauch lange als Persien bezeichnet hat. Die geografische Lage zwischen dem Kaukasus im Norden, der Arabischen Halbinsel im Süden, Indien und China im Osten und Mesopotamien und Syrien im Westen ließen das Land zum Schauplatz einer wechselvollen Geschichte werden.
Im persischen Großraum führt die Geschichte vom Reich der Meder zum Perserreich der Achämeniden (Kyros II. der Große bis Dareios III.) über Alexander den Großen zu den Parthern und Sassaniden. Seit dem Mittelalter folgten auf das islamische Kalifat, welches das Sassanidenreich zertrümmerte (siehe Islamische Expansion), verschiedene einheimisch-persische, mongolische und türkische Dynastien bis zu den Safawiden, Kadscharen und dem heutigen Staat Iran.
Der Iran trat als Monarchie mit einem Schah als Oberhaupt und bald auch mit einer eigenen, freien Regierung in die Neuzeit ein.
Mit Reza Schah Pahlavi (Reza Chan) begann 1921 unter dem Einfluss von Großbritannien eine politische Neuorientierung Persiens in Richtung Westen. Dabei nahm der Kontakt zwischen Herrscher und Volk immer mehr ab. Die Unzufriedenheit im Land stieg. Die Wut konzentrierte sich zunächst auf Großbritannien.
Ein Zweckbündnis mit Deutschland und das erstarkte Selbstverständnis des neugeordneten Staates veranlassten den Schah, die internationale Staatengemeinschaft aufzufordern, den seitens der Briten hartnäckig als "Persia" bezeichneten Iran als IRAN zu bezeichnen; dem Landesnamen, unter welchem es den Persern seit Jahrhunderten ein Begriff war. Durch den mit dem Öl verknüpften Reichtum entwickelte sich Iran zur Regionalmacht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1951, unter der Regierung Mohammed Mossadeghs, zu einer Verstaatlichung der Ölindustrie. Auslöser war die britische BP, die das Ölgeschäft im Iran beherrschte und die sich in Verhandlungen strikt weigerte, ihre Gewinne aus dem Ölgeschäft hälftig mit dem iranischen Staat zu teilen. In der Folge kam es zum internationalen Boykott des iranischen Öls, allen voran durch die USA und Großbritannien, was im weiteren Verlauf zu einer Wirtschaftskrise und zum Staatsdefizit führte. Trotz dieser Ergebnisse wählte das Parlament später in demokratischer Wahl Mossadegh zum Präsidenten des Landes.
Der 1941, ursprünglich gegen den Willen der USA, als Nachfolger seines Vaters ins Amt gekommene Schah, Mohammad Reza Pahlavi, der Sohn Reza Schahs, stellte sich mit Unterstützung der USA gegen Mossadegh und sprach sich für ein Handelsabkommen mit den USA aus. In diesem sollten Ölförderrechte an US-amerikanische Unternehmen übertragen und dem Iran 50 % des Gewinns aus dem Ölgeschäft zugesprochen werden (mit der britischen BP waren es ca. 5 %). Mossadegh weigerte sich, da er den mit dem Öl verbundenen Reichtum des Iran im Lande behalten wollte. Es kam zu Unruhen und Spannungen zwischen Shah und Mossadegh. Letzterer hatte jedoch großen Rückhalt im Volk, was den Schah veranlasste, auf dem Höhepunkt der Krise im August 1953 das Land zu verlassen.
Dennoch organisierten monarchistische Kräfte unter Führung des Generals (i. R.) Fazlollah Zahedi einen Staatsstreich (militärisch unterstützt von den USA) und holten den Schah wieder zurück an die Macht. Die damalige Regierung, mit Zahedi als Ministerpräsident, schloss neue Verträge mit den USA ab. Diese hielten bis zur ersten Ölkrise, hervorgerufen durch deutliche Preiserhöhungen des Irans, an. Schah Mohammad Reza Pahlavi (1941-1979) leitete zwar die "weiße Revolution" ein, verlor aber in der Folgezeit seiner Herrschaft zunehmend den Kontakt zum Volk. Anfang 1979 musste er infolge einer islamischen Revolution endgültig den Iran verlassen.
Der Schiitenführer Ruhollah Chomeini kehrte aus dem französischen Exil zurück, etablierte sich als oberste Autorität des Staates und transformierte das Kaiserreich Iran bzw. Persien (offizielle Bezeichnungen des Landes bis 1979) in eine Islamische Republik. Seine Politik war geprägt durch eine fundamentalistische, stark antiwestliche Linie.
Von 1980 bis 1988 befand sich das Land in einem Krieg (erster Golfkrieg), nachdem der Irak das Land angegriffen hatte. Die anhaltende internationale Isolation des Irans lockerte sich erst Ende der 1990er.
Seit 2005 ist der Iran zusammen mit Indien, Pakistan und der Mongolei Beobachter bei der Shanghai Cooperation Organization (SCO).
Politik
Seit der Revolution von 1979 ist der Oberste Rechtsgelehrte ("Revolutionsführer") entweder der Rahbar (i. e. Führer) oder in seiner Abwesenheit ein Rat religiöser Amtsträger. Der Revolutionsführer, seit 1989 Seyyed Alī Chāmene'ī, hat die uneingeschränkte Macht und ernennt die obersten Richter (alle Prediger) und ist auch Oberkommandierender der Streitkräfte. Er wird vom Expertenrat auf Lebenszeit gewählt. Dieser wird wiederum alle acht Jahre vom Volk gewählt, wobei der Wächterrat die Kandidaten genehmigen muss.
Das Staatsoberhaupt und Regierungschef des Irans ist der Präsident (seit 2005 Mahmud Ahmadinedschad). Er wird in allgemeinen Wahlen für eine 4-jährige Amtszeit bestimmt und ist gleichzeitig Regierungschef. Der Präsident ernennt die Mitglieder des Kabinetts und steht diesem auch vor. Er koordiniert die Regierungsarbeit und legt dem Parlament die Regierungsvorlagen vor. Die Macht von Präsident, Regierung und Parlament ist jedoch stark beschränkt, denn alle zu wählenden Kandidaten und alle Gesetze müssen vom Wächterrat bestätigt werden. Zudem hat in allen Fragen das letzte Wort der Revolutionsführer.
Der Wächterrat besteht aus 6 religiösen Geistlichen und 6 weltlichen Rechtswissenschaftlern. Die Geistlichen werden vom Revolutionsführer ernannt. Ihre Aufgabe ist es, jedes Gesetz auf seine Konformität mit den islamischen Prinzipien hin zu überprüfen. Die Juristen werden vom Obersten Richter, dem Chef der Judikative ernannt. Ihre Aufgabe ist es, die Verfassungskonformität legislativer Akte zu überprüfen. Der Oberste Richter seinerseits wird vom Revolutionsführer ernannt. Der Wächterrat ist befugt, jedes Gesetz abzulehnen oder im Nachhinein für ungültig zu erklären, und Kandidaten die Teilnahme an der Wahl für das Parlament und das Präsidentenamt zu verweigern. Der Wächterrat entscheidet per einfacher Mehrheit. Bei gleichen Stimmanteilen hat der Revolutionsführer das letzte Wort.
In der iranischen Verfassung Artikel § 57 wird die staatliche Gewalt, Legislative, Exekutive und Judikative, der religiösen Führung (welayat-e faghi) unterstellt. Alle drei Gewalten sind somit nicht autonom in ihren Entscheidungen, sondern abhängig vom geistlichen Führer "Rahbar".
Das iranische Einkammer-Parlament (Islamischer Konsultativrat; persisch Majles e-Shura ye-Eslami) besteht aus 290 Abgeordneten, die in allgemeinen, direkten und geheimen Wahlen für eine 4-jährige Amtszeit gewählt werden. Wegen der Auswahl des Wächterrates wird das Parlament (außer von 2000-2003) von den islamisch-konservativen Kräften dominiert.
Mit dem überraschenden Wahlsieg Mohammad Chātemīs 1997 etablierte sich die politische Bewegung der Reformer im iranischen Parlament. Sie stehen dem religiösen Machtmonopol kritisch gegenüber und versuchen, die republikanischen Elemente des Staates zu stärken. So gelang es Chatemi zu Beginn seiner Amtszeit, eine Liberalisierung der nationalen Presse durchzusetzen. Die systemkritischen Stimmen bekamen dadurch ein öffentliches Organ, um ihrem Reformwillen Nachdruck zu verleihen.
Das Aufleben der Pressefreiheit dauerte allerdings nicht sehr lange an. Der Wächterrat macht die Gesetze mit Verweis auf Unverträglichkeit mit dem Islam rückgängig und blockierte fortan nahezu alle Reformversuche des Parlaments.
Seitdem sehen sich die Reformer mit großen Vertrauensverlusten in den reformwilligen Bevölkerungsgruppen konfrontiert. Die Enttäuschung über die Ohnmacht des Parlaments führte bei den letzten Kommunalwahlen (2003) zu sehr geringer Wahlbeteiligung (Landesschnitt 36 %, in Teheran 25 %) und zu einem klaren Sieg der konservativen Kräfte.
Bei den Parlamentswahlen am 17. Juni 2005 trat vorerst das parlamentarische Ende der Reformer ein, zumal Chātemī nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren durfte.
Der Wahlkampf wurde im Fernsehen, im Radio, auf Plakaten und auf Redeveranstaltungen geführt. Dominant was das Bild eines Mannes: Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī. Der ehemalige Präsident Irans (1989-1997) kandidierte erneut für den Posten des Regierungschefs. Aus westlicher Sicht war er der sichere Wahlsieger, da er als starker Mann der Tat, als Pragmatiker galt und für wirtschaftlichen Aufschwung stand, dessen strahlende, ungezwungen westlich orientierte Auftritte allenfalls Korruptions- und Kungelleivorwürfe schmählerten.
Aber die Wahlen gewann völlig überraschend (für westliche Beobachter) Mahmud Ahmadinedschad in der ersten Stichwahl der iranschen Geschichte. Ahmadinedschad gilt als sogenannter Hardliner. In westlichen Zeitungen wurde er unter anderem als "religiöser Faschist" bezeichnet. Auf seiner politischen Agenda stehen viele Punkte, die an Ruhollah Mousavi Chomeini erinnern: Islamisierung der Gesellschaft, Kleiderordnungspflicht für Frauen, erhebliche Einschnitte der Presse- und Meinungsfreiheit, eine Abwendung von diplomatischen Eingeständnissen in internationalen Verhandlungen (Atomstreit), etc.
Doch wegen dieser Politik ist er nicht hauptsächlich gewählt worden. Er steht auch für eine realistische Lösung der Probleme, welche die einfachen Iraner täglich haben. Hohe Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger, Perspektivlosigkeit. Die Lösung dieser Probleme, oder zumindest deren Abschwächung, hat sich Ahmadinedschad ebenfalls zur Aufgabe gemacht. Die Arbeitslosen, die Armen, die vielen Menschen ohne Zukunft in einem Land mit außergewöhnlich vielen jungen Einwohnern, die einfachen Leute haben ihn gewählt - weil sie ihn als einen von ihnen ansehen.
Ob Mahmud Ahmadinedschad die Hoffnungen, die in ihn projiziert werden, wird einhalten können, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass Iran einen schweren Rückschlag in Sachen Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaft und des Staatsystems erfahren hat.
In einer Rede vom 26. Oktober 2005 hat der Präsident die Vernichtung Israels gefordert, ein in der UN-Geschichte einmaliger Vorgang, der von den meisten UN-Staaten einhellig verurteilt wurde.
Rechtssystem
Durch die islamische Revolution ist das islamische Recht, die Scharia als Gesetz wieder eingeführt worden. Da die Scharia niemals erfolgreich kodifiziert worden ist, obliegt die Rechtspflege und Fortentwicklung der islamischen Jurisprudenz in einer Art Case Law-System. Von einem Standpunkt der Gewaltenteilung aus wirkte sich die Tätigkeit des ersten Obersten Richters nach der Revolution Chalkali katastrophal aus. Bis heute gibt es keine Gewaltenteilung im Iran, der oberste geistliche Führer hat weitreichende Befugnisse.
Zivilgesellschaft und Menschenrechtsprobleme
Die Situation wurde 1997 mit der Wahl von Präsident Khatami besser und es konnten sich diverse Nichtregierungsorganisationen gründen. Die Bemühungen erfuhren schließlich durch die Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahre 2003 an die iranische Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi internationale Anerkennung.
Todesstrafen (öffentliche Hinrichtungen wie Erhängen) oder öffentliches Auspeitschen werden auch für Personen unter 18 Jahren als Strafen für Vergewaltigung, Mord, Drogenhandel verhängt; auch Alkoholkonsum wird bestraft. Im Islam sind Jungen ab 15 Jahren und Mädchen schon ab 9 Jahren volljährig und voll straffähig.
Homosexualität widerspricht dem Islam, wobei laut internationalen Menschenrechtsorganisationen für Homosexualität alleine keine Todesurteile ausgesprochen wurden. Für Homosexualität in Verbindung mit Vergewaltigung wurden in letzter Zeit aber Todesurteile verhängt.
Die Meldung von zwei Jugendlichen, die im Juli 2005 wegen homosexueller Handlungen hingerichtet wurden, sorgte weltweit fuer Aufsehen und wurde wegen des internationalen Entsetzens nachtraeglich von iranischen Behoerden so erweitert, dass die beiden einen weiteren, unbekannten Dreizehnjaehrigen vergewaltigt haben sollen. Geschlechtsumwandlungen sind im Iran erlaubt.
Staatsoberhäupter
siehe auch: Liste der Herrscher des Irans
Militär
Hauptartikel: Streitkräfte des Iran
Das iranische Militär befindet sich nach wie vor in einer Aufbauphase, in der das Land versucht, die Verluste durch den ersten Golfkrieg wieder auszugleichen. US-Schätzungen gehen davon aus, dass der Irak in den acht Kriegsjahren zwischen 20 und 40 % der iranischen Militärkapazität vernichtete, sowohl Soldaten als auch Material. Was die Mannschaftsstärke betrifft, ist der Prozess der Wiederherstellung der Schlagkraft weitgehend abgeschlossen, ähnliches dürfte auch für bodengebundene Waffensysteme gelten, bei denen es dem Land heute vor allem um Modernisierung und weniger um zahlenmäßige Aufrüstung geht. Noch nicht ausgeglichen sind die Materialverluste durch den Krieg auf dem Feld der Luftwaffe, in viel höherem Maß aber bei den größeren Überwassereinheiten der Marine. Auf diesen Feldern ist der Iran für ein Land seiner Größe unterbewaffnet. Neben den Kriegsverlusten sind vor allem die Ausfuhrbeschränkungen zahlreicher Staaten der Grund für diesen Zustand. Ein Großteil der vorhandenen Waffensysteme stammt aus US-Waffenhilfen und in neuerer Zeit aus Waffengeschäften mit Russland und der Volksrepublik China.
- Informationen zum iranischen Nachrichtendienst unter: VEVAK
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung des Iran
Der Iran ist in 30 Provinzen gegliedert. Die größten Städte sind die Hauptstadt Teheran mit circa 14 Millionen und Maschhad mit circa 2,1 Millionen Einwohnern.
- Siehe auch: Liste der Städte im Iran
Wirtschaft
Der Iran ist ein bedeutendes Erdöl und Erdgas förderndes Land. Iran exportiert jeden Tag 3,96 Millionen Barrel = 630 Mio. Liter (1 Barrel = 159 Liter) Erdöl. Über 85 % des Exportes oder rund 19 Milliarden Euro entfallen auf Kohlenwasserstoffe. Wichtige Wirtschaftssparten sind auch die Landwirtschaft, die trotz vieler Gebirge und Wüsten 10 % der Fläche ausmacht (zur Hälfte künstliche Bewässerung), Datteln, Teppiche, Kaviar und Textilindustrie.
Der Import beträgt rund 11 Milliarden Euro (vor allem Maschinen und Fahrzeuge, Industrie- und Chemieprodukte).
Kultur
Medien
Teheran ist das Medienzentrum des Landes. Hier erscheinen die wichtigsten Tageszeitungen (Jumhori-yi Islami, Resalat, Kayhan, Akhbar, Ettelaat), darunter auch zwei englischsprachige (Tehran Times, Kayhan International). Die Zeitungen und auch die staatlichen Rundfunk- und Fernsehsender unterliegen staatlicher Zensur.
Zusätzlich gibt es über 30 iranische Fernsehsender aus dem bei Los Angeles liegenden San Fernando Valley, Kalifornien, die über Satellit oder Internet im Iran empfangen werden können. Diese von der iranischen Zensur nicht erreichbaren Sender spielten bei den Studentenprotesten 2003 eine wichtige Rolle bei der Koordination der Demonstrationen.
Siehe auch: Persische Literatur
Literatur
- Columbia University (Hrsg.): [http://www.iranica.com/ Encyclopædia Iranica]. (Das ausführlichste Nachschlagewerk zum Iran von dem bisher 12 Bände erschienen sind.)
- Navid Kermani: Iran. Die Revolution der Kinder, Verlag C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47625-2
- W. G. Lerch: Iranische Traumata. Persien ist im vorigen Jahrhundert von vielen angegriffen oder fremdbestimmt worden. FAZ v. 21.6.2003. (Beleuchtet die Rolle des Iran als Opfer des Imperialismus)
- Roy Mottadeh: Der Mantel des Propheten oder Das Leben eines persischen Mullah zwischen Religion und Politik, Verlag C.H. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32289-1
Weblinks
- [http://www.iran-infos.de/ Iran-Infos Das Nachrichten und Info Portal]
- [http://www.iran-now.de/ Iran-Now Das Nachrichten und Community Portal]
- [http://www.persian-galaxy.de/ Persian- Galaxy Fun, Nachrichten und Community Portal]
- [http://www.economy-iran.com/ Economy Iran]
- [http://www.boell.de/de/14_presse/1662.html Monatliche Iran-Reporte der Heinrich-Böll-Stiftung seit 2002 zum Download]
- [http://www.iranwpd.com Iran Weekly Press Digest (englisch)]
Kategorie:Staat
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ja:イラン
ko:이란
ms:Iran
simple:Iran
th:ประเทศอิหร่าน
zh-min-nan:Iran
Hafiz1) Als Hafiz ( ḥāfiḍ von behüten), auch Hafidh geschrieben, bezeichnet man im Arabischen eine muslimische Person, die den gesamten Koran auswendig kann und ihn oft auch zu bestimmten Gelegenheiten zumindest teilweise vorträgt. Dieser Vortrag folgt Aussprache- und Intonationsregeln – eine Art Sprechgesang. Wegen der Reime und Metrik ist der Koran im Verhältnis zu seiner Länge relativ leicht erlernbar. Ein Hafiz ist unter Muslimen sehr geachtet, da er nach ihrem Verständnis das Wort Gottes verinnerlicht hat. Blinde und andere körperlich Behinderte wurden und werden oft Hafiz, da sie auf diese Weise hohes Ansehen und regelmäßige Einkünfte erreichen können.
Arabische Biographien geben traditionellerweise das Alter an, in dem ein Gelehrter Hafiz (und später Imam, Vorbeter) wurde, so soll der Historiker At-Tabari bereits mit sieben Jahren den Koran auswendig gelernt haben und mit acht Vorbeter geworden sein.
Siehe auch: Moschee, Madrasa
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2) Der Dichter Schams od-Dīn Mohammed-e Schirāzī, genannt Hafis (auch Hafiz und Hafez, siehe Bedeutung 1), bekanntester persischer Lyriker um 1320 bis etwa 1390.
Er stammte aus einer verarmten, aber an der Dichtkunst interessierten Familie, wurde Koranlehrer, Hofdichter und schrieb auch gelehrte Werke. In Europa ist er v.a. durch die Lyriksammlung "Diwan" bekannt, die Goethe sehr angeregt hat.
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3) Häufiger Name: im Umkreis Arabiens ist Hafiz (bzw. Hafez, Hafis, Hafid) ein häufiger Name, besonders seit der Eroberung des gesamten Orients durch die Araber. Zahlreiche Persönlichkeiten tragen bzw. trugen diesen Namen, unter anderem folgende
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4) Politiker:
- Hafez bzw. Hafiz al-Assad (1930-2000), langjähriger Herrscher und Präsident von Syrien, der 1970 als General putschte und 1971 die Macht an sich riss. Bald nach seinem Tod folgte ihm sein Sohn Baschar al-Assad (geb. 1965 in Damaskus) als Staatspräsident nach
- Großwesir Hafiz (Istanbul/ Konstantinopel um 1631) unter dem zunächst noch minderjährigen Murad_IV. (1623 bis 1640 Sultan des Osmanischen Reiches)
- Fatimiden-Könige aus der schiitischen Dynastie in Nordafrika, unter anderem al-Hafiz von Ägypten (1130 - 1149)
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5) Hafiz Pascha (gestorben um 1840), General des Osmanischen Reiches unter Sultan Mahmud II. (1808 bis 1839). Hafiz kommandierte die am Euphrat konzentrierten Truppen und sollte auf Mahmuds Befehl in Syrien einmarschieren, wo er aber gegen Ägyptens Ibrahim Pascha eine Niederlage erlitt.
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6) einige Mystiker - siehe Liste von Mystikern
Siehe auch
Arabische Sprache, Fatimiden, Quran, Politik, Syrien
Kategorie:Islam
Ibn HanbalAhmad ibn Hanbal ( - 780 in Merw; † 855) war ein islamischer Rechtsgelehrter in Bagdad. Er war ein Schüler Muhammad ibn Idris al-Schafiis (767-820) und des Hanafiten Abu Yusuf.
Ibn Hanbal ist der jüngste der Gründer der vier im sunnitischen Islam als rechtgläubig angesehenen Rechtsschulen (Madhhab) der islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh), nämlich der nach ihm benannten Schule der Hanbaliten.
Er war den Abbasiden und ihrer "konservativen Revolution" zugeneigt. Seine Schule gilt im allgemeinen als die strengste und ist die, der die meisten strengen Traditionalisten und Fundamentalisten anhängen. Seine Rechtsschule versuchte, so nah wie möglich am Text der Quellen zu bleiben, wobei Ibn Hanbal bei seiner Suche nach der strengsten Auslegung der Quellen manche Fragen offen lassen musste, was dann wiederum paradoxerweise in einigen Fällen zu einer größeren Liberalität als in anderen Rechtsschulen führte.
Unter der Mihna wurde er inhaftiert und ausgepeitscht.
Hanbal, Ahmad Ibn
Hanbal, Ahmad Ibn
Hanbal, Ahmad Ibn
Hanbal, Ahmad Ibn
Palästina (Region)
Die Region Palästina (auch Canaan und Terra Sancta/Heiliges Land genannt, Filastīn, hebräisch: ארץ ישראל Eretz Jisra'el/Land Israel) liegt an der südöstlichen Küste des Mittelmeeres und umfasst ungefähr das Gebiet des heutigen Staates Israel, den Gazastreifen, das Westjordanland (Palästinensische Autonomiegebiete) sowie das Ostjordanland (heutiges Königreich Jordanien ohne die östlichen Wüstengebiete). Sowohl für Judentum und Christentum als auch für den Islam besitzt die Region eine besondere geschichtliche und religiöse Bedeutung.
Herkunft des Namens
Der Name Palästina bezieht sich auf das Volk der Philister, die ab ca. 1175 v. Chr. an der Mittelmeerküste des Landes Kanaan siedelten. Daher hieß der südliche Küstenstreifen (etwa heutiger Gazastreifen) in assyrischen Texten (8. Jhd. v. Chr.) "Pilaschtu". Der griechische Historiker Herodot (5. Jhd. v. Chr.) verwendet die Bezeichnung "Syria palaistine" für den gesamten Küstenstreifen zwischen Phönikien (etwa dem heutigen Libanon), dessen Südgrenze er vermutlich am Karmelgebirge zieht und der Gegend von Gaza, in der die Stadt Kadytis lag (s. Herodot III, 5). Das griechische "Palaistine" ergibt ins Lateinische übertragen: "Palaestina".
Dieser damals nicht mehr gebräuchliche Name wurde ab 135 n. Chr. durch die Römer für die gesamte Provinz Judäa ausgedehnt, quasi als Strafe für den fehlgeschlagenen 2. jüdischen Aufstand (132 - 135 n. Chr.). Auch Jerusalem wurde in "Aelia Capitolina" umgenannt. Juden war das Betreten der Stadt und ihrer Umgebung verboten. Im Laufe der Spätantike wurden auch einige Gebiete östlich des Jordan geographisch zur Provinz Palaestina gerechnet, die im 4. Jh. n. Chr. in drei Teile aufgeteilt wurde. Militärverwaltungstechnisch blieb Palaestina jedoch damals eine Einheit.
Als palästinisch wird alles bezeichnet, was auf die Gegend bezogen mit dem antiken Palästina zu tun hat, zum Beispiel "palästinische Juden". Palästinensisch hingegen bezieht sich auf die heutige arabische Bevölkerung Palästinas, beispielsweise in "palästinensischer Aufstand".
Geschichte
Anfänge
In der Region sind seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. Stadtstaaten nachweisbar. Hier trafen die Verkehrswege von drei Kontinenten aufeinander. Dadurch entwickelte sie sich zum Brennpunkt für religiöse und kulturelle Einflüsse aus Ägypten, Syrien, Mesopotamien und Kleinasien.
Ägyptische Vormacht
Durch die Einwanderung von Amoritern, Hethitern und Hurritern im 2. Jahrtausend v. Chr. sahen sich die Ägypter in ihrer Vormachtstellung bedroht und drängten diese Stämme zurück. Diese gingen im Volk der Kanaaniter auf.
Ab dem 13. Jahrhundert v. Chr. verlor Ägypten an Macht. Neue Einwanderer kamen in die Region, diesmal die Israeliten, eine Gruppe semitischer Nomadenstämme aus Mesopotamien, andere aus dem Sinai und den umliegenden Wüstenzonen (s.a. Hebräer/Habiru in ägypt. u. hurritischen Quellen) und die Philister, ein Volk wahrscheinlich indogermanischer Abstammung aus der Ägäis. Einiges deutet darauf hin, dass hebräische Stämme schon zusammen mit den Kyksos im 17. Jahrhundert v. Chr. nach Kanaan und Ägypten einwanderten und nach der Hyksoszeit aus Ägypten wieder verdrängt wurden und somit von Ägypten aus nach Kanaan einwanderten, mehr oder weniger kriegerisch.
Das vorstaatliche Israel
Die These der Amphiktyonie von Martin Noth
Eine der wichtigsten Thesen zum vorstaatlichen Israel ist die These der „Amphiktyonie“ von Martin Noth. Er geht in seinem Buch „Das System der zwölf Stämme Israels“ von dem im AT vielfach erwähnten Umstand aus, dass das vorstaatliche Israel als eine aus zwölf Stämmen zusammengesetzte Einheit gesehen wird, was letztlich darauf zurückgeführt wird, dass der Erzvater Jakob, der auch Israel heißt, zwölf Söhne gehabt habe, von denen zehn als Stammväter der zwölf Stämme Israel gelten – die Stammväter der zwei letzten Stämme sind Kindeskinder Jakobs (Gen 46, 1-26; 49,1-27 und Num 26,5-51).
Dieses für Israel und seine Umwelt in der Bibel bezeugte Phänomen ist von Noth mit der Erscheinung der Amphiktyonien in der gr. Welt verglichen worden.
Die Analogien sieht Noth in der Zahl zwölf bzw. sechs. Außerdem nimmt die Stellung eines Zentralheiligtums eine große Bedeutung für ihn ein. Dieses Heiligtum sieht er in der Bundeslade. Ferner weist er auf die Liste in Ri 10,1-5 die einen bestimmten Turnus intendiere. Schließlich sieht er im Bericht von sog. Landtag zu Sichem das entscheidende Ereignis in der Geschichte der altisraelischen Amphikyonie. Die Erweiterung von sechs auf zwölf Stämme und zugleich die Übernahme des JHWH-Glaubens.
Kritik an der These
Es hat im Laufe der Forschungsgeschichte immer wieder Kritik an dieser These gegeben. Dabei stellen sich folgende Fragen:
- 1. Kann eine geschichtliche Erscheinung eines bestimmten Lebens- und Kulturbereiches als Analogie überhaupt benutzt werden?
- 2. Fehlt nicht ein Name für den altisraelischen Stämmeverband?
- 3. Kann die mobile Lade als zentrales Kultheiligtum verstanden werden?
- 4. War der Stämmeverband die Bezugsgröße für die Richter, oder waren es eher die Städte und deren Einzugsbereich?
Die These von der segmentären Gesellschaft
Als alternative These gilt die These der segmentären Gesellschaft. Sie wurde vor allem von dem Ethnosoziologen E. Durkheim in seinem Buch „Regulierte Anarchie“ geprägt. Er vergleich die Gesellschaft des vorstaatlichen Israel mit der sozialen Struktur afrikanischer Stämme, die während der englischen Kolonialzeit beobachtet wurde. Entscheidend für diese Gesellschaft ist das Fehlen einer zentralen Spitze. Sie sind organisiert nach Stammesverbänden, die gleichrangig nebeneinanderstehen und zusammen die Gesellschaft bilden. Hierbei wirkt das Geschichtsbewusstsein entscheidend und konstitutiv. Vor allem die Bedeutung der Verwandtschaftsbeziehungen verbindet die Gesellschaften Afrikas und die des vorstaatlichen Israels auffallend. Allerdings steht die These in der Gefahr, die schriftlichen Quellen außer Acht zu lassen.
Fazit
So scheint eine Synthese aus mehren Theorien wie sie Schäfer-Lichtenberger vorschlägt plausibler. Wichtig erscheint hierbei allerdings, dass das für die vorstaatliche Zeit zu postulierende Einheitsbewusstsein Israels im wesentlichen durch eine religiöse Komponente zu definieren ist, verbunden mit einer Verpflichtung auf ein allgemein verbindliches Recht.
Ob es ein Einheitsbewußtsein in so früher Zeit gab, ist nicht bewiesen. Die Einheitsideologie ist vielmehr eine Einführung des 7. Jahrhunderts, das bemüht war die Stämme Israels, so wie sie nach der Assyrischen Zeit vorlagen zu sammeln und zu einen. Dazu gehörten auch einige inzwischen eingewanderte nichtisraelistischen Stämme. Der Mythos von den 12 Stämmen ist ein typischer äschatologischer Mythos, wie es ihn auch im alten Griechenland gab, der einzig dazu dient, die Zusammengehörigkeit und Abhängigkeit der Bevölkerung, den gemeinsamen Ursprung der Nation zu erklären. Er ist somit eine künstliche Konstruktion, die Zahl 12 vermutlich von rein magischer Beduetung, hinter der sich sowohl tatsächliche Verwandtschaft wie auch konstruierte und postulierte Zusammengehörigkeit verbirgt.
Das Israelitische Reich
Hauptartikel: Königreich Israel, Nordreich Israel, Juda (Reich)
Die Hauptquelle für die Geschichte Palästina ist das Alte Testament, das in seinen wesentlichen Teilen wohl während des "Babylonischen Exils" der hebräischen Oberschicht in Babylonien im 6. Jahrhundert entstand. Eine erste bedeutende Sammlung und Redaktion der Schriften erfolgte bereits im ausgehenden 8. Jahrhundert nach der Eroberung durch die Assyrer. Seine Angaben sind unter Historikern im einzelnen umstritten. Daneben gibt es heute umfangreiche Archäologische Erkenntnisse, die teilweise nicht mit den Berichten der Bibel übereinstimmen, aber geeignet sind, diese in einem neuen Licht zu analysieren und einzuordnen und eine Fülle außerbiblischer Zeugnisse, die ebenfalls zu den Berichten in Beziehung gesetzt werden.
Die Israelitenstämme wanderten demnach in das Gebiet teilweise wahrscheinlich schon einige Jahrhunderte vor der in der Bibel berichteten Versklavung in Ägypten (bis 1270 v. Chr.) ein. Josua eroberte 1230 v. Chr. Teile des damals Kanaan genannten Gebiets - soweit zumindest der Bericht des Alten Testaments. Kanaan lag im Einflußgebiet Ägyptens, im Sinai und im Süden befand man sich auf ägyptischem Gebiet. Das Ägyptische Joch könnte sich durchaus auf diese Tatsache beziehen, daneben ist es denkbar, daß kleine Gruppen von Hebräern am Nil in der Sklaverei oder als Untertanen tätig waren (Josefslegende), zumal in der Hyksoszeit. Die biblischen Berichte ziehen vermutlich solche Überlieferungen zusammen.
Die moderne Forschung geht davon aus, dass es eine Wieder-Einwanderung der Israeliten in Palästina mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gegeben hat. Der biblische Bericht von Exodus und Landnahme ist nach Ansicht der Mehrheit der Wissenschaftler eine literarische Fiktion. Viele der Städte, deren Einnahme das Alte Testament schildert, lagen zur fraglichen Zeit längst in Ruinen oder existierten noch nicht. Der archäologische Befund belegt hingegen, dass die Israeliten einheimische Beduinenstämme waren, die die Schwächeperiode der Städte und Ägyptens um 1200 ausnutzen und die Siedlungen einnehmen konnten.
Die Historizität der biblischen Angaben wird heute von dem größeren Teil der Gelehrten bezweifelt. Kaum bezweifelt wird jedoch, dass die biblischen Schriften tatsächlich archaisches Material enthalten oder auf solchem basieren, deshalb sind sie nach wie vor für Historiker interessant.
Die Israeliten organisierten sich nach diesen Berichten als ein lockerer 12-Stämmebund um ein jeweiliges Stammesheiligtum. In Zeiten der Gefahr waren die Stämme unter Führung eines Richters zu gegenseitiger Hilfe verpflichtet (Buch der Richter). Diese Richter waren sporadisch berufene charismatische Führergestalten. Man glaubte, dass Gott in Zeiten der Gefahr einen Menschen mit besonderen Fähigkeiten austattet (salbt), um dem Volk zu helfen. Ihre Macht war nicht, wie bei Stammesoberhäuptern, durch ihre Herkunft begründet, und auch nicht erblich. Das hebräische Wort schofet, welches traditionell mit Richter wiedergegeben wird, bedeutet eigentlich "der zum Recht verhilft". Eine juristische Tätigkeit ist damit nicht unbedingt gemeint.
Der Kampf gegen die Philister erwies sich allerdings als besonders schwierig. Diese hatten an der südlichen Mittelmeerküste einen aus fünf Stadtstaaten bestehenden Bund gegründet und fielen von dort ins Landesinnere ein. Sie waren militärisch besser organisiert und setzten bereits Eisenwaffen ein, so dass die Israeliten um 1050 v. Chr. eine schwere Niederlage erlitten. Die Bedrohung durch die Philister veranlasste die Israelitischen Stämme dazu, sich zu vereinigen. Es entstand der Wunsch, die Herrschaft einer charismatischen Führergestalt zu "veralltäglichen".
Der erste König wurde Saul, er führte vermutlich ein Stadtkönigtum um Hebron. Er konnte sich zeitweise gegen die Philister behaupten, letztlich aber wurde er von ihnen geschlagen. Sein Nachfolger David besiegte die Philister um 1000 v. Chr. und eroberte den Thron Sauls. Er war von 1004 bis 965 der König des Reiches. Die Erstarkung Israels und die Schwäche der angrenzenden Reiche ermöglichten es David, einen großen, unabhängigen Staat zu schaffen, dessen Hauptstadt er nach Jerusalem verlegte. Das Reich hatte – glaubt man der Bibel – etwa die vierfache Größe des heutigen Israel. Nach den Archäologischen Befunden und weiteren Quellen wird es sich um ein eher kleines Reich um Jerusalem gehandelt haben. Die wesentlich bedeutenderen Städte und Stadtstaaten des Nordens sind vermutlich nie unter die Vorherrschaft Jerusalems gekommen.
Unter der Herrschaft von Davids Sohn und Nachfolger König Salomo genoss das Land eine Zeit des Friedens und des Wohlstandes. Nach Salomos Tod im Jahr 922 v. Chr. weigerten sich die nördlichen Stämme den Sohn Salomos als neuen König anzuerkennen. So soll das Reich wieder zerfallen sein. Das Israel im Norden mit dem Hauptheiligtum Sichem, nahm in der Folge, auf Grund der politischen Schwäche der Großreiche Ägyptens und Assyriens unter der Omridendynastie einen enormen Aufschwung. Juda im Süden blieb hingegen so unbedeutend, daß Assyrien es später nichteinmal angreifen wird. Die politische Unabhängigkeit und Blütezeit vor allem des Nordreiches Israel wärte über 200 Jahre.
Die umliegenden Reiche erstarkten und fingen an, sich erneut auszudehnen. Vor allem Assyrien begann im ausgehenden 8. Jahrhundert die wohlhabenden Städte des Nordens anzugreifen und besiegten das Nordreich Israel zwischen 722 und 721 v. Chr. Die Bevölkerung wurde an den Euphrat deportiert und Assyrer wurden angesiedelt. Die Bevölkerung nannte man von nun an nach der Hauptstadt Samaria Samaritaner.
Jerusalem mit dem Staat Juda wurde nicht angegriffen und konnte in der Folgezeit wachsen. Als die Macht der Assyrer schwand, war die Chance gekommen von Jerusalem aus unter der ideologischen Führung der Jawehpriesterschaft und dem König Josia das Land wieder zu einigen. Es gab starke Bemühungen die heterogenen Bevölkerungsgruppen und Stämme über die alten Traditionen zu einen und auf die israelitische Vergangenheit einzuschwören, was aber nur teilweise gelang. In dieser Zeit hat die Biblische Schrift ihre erste umfassende Redaktion erfahren. Die alten Geschichten und Bücher wurden zusammengetragen und unter einer nationalen Ideologie redaktionell bearbeitet mit dem Ziel ein einiges Königreich Israel zu schaffen. Das gelang nur zum Teil. Nach über 100 Jahren erstarkte Babylon zur Großmacht und versuchte die Macht Jerusalems zu brechen.
Das Südreich Juda wurde 586 v. Chr. durch die Babylonier unter Nebukadnezar II. besiegt und die Bevölkerung nach Babylon umgesiedelt. Jerusalem wurde zerstört und die meisten der dort lebenden Juden verbannt. Die Juden im babylonischen Exil konnten ihre nationale und religiöse Identität bewahren. Hier liegen die Wurzeln des Judentums mit der Neubildung der Synagoge. Als Kyros der Große von Persien Babylon 539 v. Chr. erobert hatte, erlaubte er den Juden nach Judäa zurückkehren und gab ihnen eine relative Selbständigkeit. Die Juden bauten die Stadtmauern von Jerusalem, der Stadt Davids, wieder auf.
Literatur
- Clauss, Manfred: Das alte Israel, München 1999.
- Finkelstein, Israel/Silberman, Neil A.: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel, 5. Aufl., München 2003.
Hellenistische Herrschaft
Im Jahr 332 v.Chr nahm | | |